Réti 6, 3. Liga Zentral 3 507

 

Schachbund Ligaseite

Spiellokal: Altersheim Kluspark, Asylstr. 130, 8032 Zürich 

Mannschaftsleiter: Werner Riniker-Gertiser, werner.riniker@confront.ch

Rundendaten

Rd Datum
Begegnung  
1 16.03. Réti – Riesbach  
2 03.04. (neu)
Escher Wyss – Réti  
3 18.05. Baden – Réti  
4 08.06. Réti – Gligoric  
5 20.06. IBM – Réti  
6 31.08. Réti – Zürich  
7 19.09. Letzi – Réti  

 

 

Rangliste

Schlussresultat
1 Gligoric 2 12 28½
2 Baden 3 11 25½
3 Réti 6 11 24½
4 Zürich 4
6 20
5 Riesbach 1 5 19
6 Escher Wyss 1
4 19
7 IBM 1
4 15½
8 Letzi 2 3 16

 

7. Runde

Letzi 2 1630 2:4 Réti 6 1754
Vincenzo Serrattore 1896 ½:½ Sebastian Wüthrich
1821
Franco Rocco 1782 0:1 Daniel Lienhard 1854
Janusz Barczyk 1726 ½:½ Christof Tschurr 1764
Dimitrios Leventeas 1602 ½:½ Kurt Juchli 1792
Thomas Güldenapfel 1378 0:1 Werner Riniker-Gertiser 1629
Werner Busslinger 1494 ½:½ Bernhard Burkhardt 1664

 

Wir wollten in der letzten Runde gehen Letzi 2 nochmals zeigen, was wir drauf haben um mit einem anständigen Resultat noch auf Platz 2 vorstossen zu können.

Weiss setzte auf grosse Rochade mit gut positionierten Läufer und nach vorne drückenden Bauern auf meiner Königsseite. Meinerseits machte ich auf der offenen c-Linie mit Dame und Turm Druck auf den Königsbauer. Dann übersah Weiss bei seinem ungestümen Angriff einen Doppelangriff auf seine Dame und den zentralen Springer. Nach diesem Springer konnte, mit Schach, auch der b-Bauer mit dem g7 Läufer geschlagen werden und danach besorgte meine Doppelbesetzung auf den offenen c-Linie den Rest.

Christof kommentiert: Gegen Janusz liess ich mich mit Schwarz auf eine spanische Partie ein, obwohl oder weil ich aus früheren Begegnungen wusste, dass das sein bevorzugtes Spiel ist. Er spielte es denn auch routiniert und besser als ich und geriet im Mittelspiel in Vorteil, insbesondere als er mich mit dem a-Bauern überraschte. Mit einer kleinen Kombination konnte ich aber die Qualität gewinnen und die Partie ausgleichen. Auch der Compi zeigte beim Nachspielen eine ausgeglichene Wertung.

 

Bernhards Spiel war von Beginn weg offensiv: In einer englischen Partie büsste ich einen zu forschen Angriff mit einem Bauern. Dank der schlechten Stellung des gegnerischen Königs sah ich die Möglichkeit für ein ewiges Schach. Das wollte mein Gegner unbedingt verhindern. Er geriet nun seinerseits in Schwierigkeiten. Mein Bauernminus verwandelte sich in ein Bauernplus aber nun geriet ich in ein ewiges Schach. Remis.

Sebastian musste hart kämpfen: Die scharfe „Vincenzo“-Eröffnung meines gleichnamigen Gegners konnte ich nur mit viel Kampfgeist neutralisieren. Am Ende verfügte ich im Turmendspiel dann sogar über einen Mehrbauern. In Zeitnot tauschte ich diesen in ein Remis um.

Daniel bewies viel Geduld und gute Übersicht: Gegen den routinierten Franco gab es lange Zeit ein bisschen Geplänkel, ohne dass viel passiert wäre. Dann konnte ich mir aber einen Bauern ergattern, mit dem ich ständig mehr Druck aufbauen konnte. Das Endspiel war trotzdem nicht einfach, aber kurz vor der Umwandlung gab er dann auf.

Gegen einen jungen Griechen spielte ich eine englische Gambit-Variante, die bald in ein damenloses Mittelspiel führte. Als Weisser hatte ich zwar die Initiative und stand vor der reinen Wissensfrage, wie man die vielen Bauern korrekt und im Verbund vorteilhaft in Bewegung zu setzen hat. Über über seine halboffene d-Linie hielt Schwarz dagegen: Eine uralte und klassische Stellung eben, in welcher ich aber bestenfalls nur intuitiv wusste, wie es funktioniert  -- im Übrigen aber wie die Pioniere von damals alles selber durchrechnen und stets aufpassen musste, die Stellung nicht als „zu einfach“ zu behandeln. Nach einem Generalabtausch hatte ich zwar einen schönen Mehrbauern am Königsflügel, doch war mir zu wenig bewusst, wie schwierig es würde, in einem Endspiel mit ungleich farbigen Läufern über ein Remis hinauszukommen. - Weiss der Geier, ob das Endspiel zu gewinnen gewesen wäre.

 

- Werner 

 

6. Runde

Réti 6 1741 4:2 Zürich 4 1774
Kurt Juchli
1792 0:1 Mark-Simon Hug 1945
Werner Riniker Gertiser 1692 0:1 Nicolas Mesot 1801
Christof Tschurr 1764 1:0 Harry Siegfied 1814
Daniel Lienhard 1854 1:0 Kurt Pauli 1758
Robert Nachbaur 1750 1:0 Urs Weber 1725
David Kelller 1685 1:0 Markus Egli 1601

 

Bei der Vorbereitung wurde klar, dass Zürich 4 von Runde zu Runde schwächer besetzt war. Da schöpfte ich Hoffnung, dass es in Runde 6 für uns was zu holen gibt...

Selber spielte ich gegen einen jungen Zivilschützer, dessen Uniform zusammen mit einem wild, prächtigem Bartwuchs mich wohl zu sorglos mit Schwarz beginnen liess. Die Dame ein Zug zur früh nach c7 gestellt und schon begann Weiss mit zwei Springern mächtig Druck zu machen. Bald war Damenverlust angesagt, den ich mit Glück mit zwei Springern etwas kompensieren konnte. Aber dann gab meine schlecht entwickelte Stellung den Rest zu meiner früh verlorenen Partie. 

David, auch mit Schwarz, machte es besser: Mein Gegenspieler wählte mit weiss eine sehr defensive Variante gegen Königsindisch mit kurzer Rochade aber ohne jedes Gegenspiel am Damenflügel; es gelang mir, seine Bauernstellung (Doppelbauern auf der g und der d-Linie) relativ früh zu schwächen inkl. Abtausch meiner beiden Springer gegen seine Läufer. Das Spiel nahm seinen Lauf und ich gewann alsbald noch die Qualität und zwei der schwachen Bauern auf der g und d Linie, worauf mein Gegenüber noch 15 Züge weiterspielte, dann aber nach der Zeitkontrolle das Handtuch warf.

Robert doppelte nach: wieder mal mit f4 eröffnet und den Gegner mit sehr schnellem Spiel offensichtlich etwas unter Zeitdruck gesetzt. Ein starker Turm- und Damenangriff auf der schliesslich geöffneten f-Linie schränkte die Anzahl guter Züge für den Gegner massiv ein, sodass dieser kurz nach der Zeitkontrolle etwas verfrüht aufgab.

Auch Daniel gewann souverän nach zähem Kampf: Auch wenn mein Gegner mit einem Königsangriff einen gewissen Druck entwickeln konnte, fand er nie Mittel und Wege zum Durchbruch. Weniger optimistische Klubmitglieder sahen meine Partie schon verloren, mein Gegner hatte seine Energie aber im Angriff aufgebraucht, so dass er seinen Springer taktisch einstellte und die Partie aufgab.

Kurt hatte auch so einen jungen Wilden: Für Houdini war dieses „Opfer“ eine der drei guten Hauptfortsetzungen für Weiss! Wow, kann ich da nur sagen, was für eine Überraschung: Zwar war das Quali-Opfer subjektiv ein schändlicher Fehler, weil ich eben nicht alle forcierten gegnerischen Fortsetzungen geprüft hatte. Aber nachher beim Weiterspielen, also beim Aufwischen des Schlamassels, fühlte ich mich eigentlich richtig gut, hatte ich doch die Initiative über weite Strecken, latente Drohungen, eine für den Gegner heikle Spielanlage und gut koordiniertes Material – letztlich fehlte es einzig wieder an einer konsequenten Umsetzung von Mittelspielenergie in eine Kombi oder Materialrückgewinn oder in ein gewonnenes Endspiel – oder an einem gegnerischen Fehler

Christof behielt im Gegensatz zu Gegner die Nerven: Der alte Kämpe Harry liess mich kommen. Zu seiner sorgsamen Verteidigung verbrauchte er sehr viel Zeit. Zwar konnte ich drücken, doch nicht durchkommen. Die Zeit fehlte Harry dann im 36. Zug, als ihm beim letzten Zug vor der Zeitkontrolle die Falle fiel - auch, weil er falsch notiert hatte, wie die Nachkontrolle mit den Mannschaftsführern zeigte. So gewann ich diese Partie, die bei Zeitablauf wohl ein wenig besser für mich, aber doch noch im Remisbereich stand.

Fazit: Noch nicht ganz in Form nach der Sommerpause, aber die Mannschaft kann gegen die ZSG, nach einem Überraschungssieg letztes Jahr, einen weiteren Matchgewinn verbuchen.

- Werner 

 

5. Runde

IBM 1 1692 2:4 Réti 6 1716
Michal Arend
1785 ½:½ Sebastian Wüthrich
1841
Leo Germann
1817 ½:½ Kurt Juchli
1779
Rainer Gross
1667 0:1 Christof Tschurr
1812
Alexander Nagelstein
1726 0:1 Michael Schmutz
1697
Ewald Feldmann
1498 0:1 Werner Riniker
1602
Markus Hiltbrunner 1659 1:0 Jörg W. Lauber 1566

 

Mit IBM erwartete uns ein alt bekanntes Team, bei dem wir uns Chancen ausrechneten. Doch zuerst mussten die Besucherausweise an der Pforte erstanden werden.

 

Sebastian parierte als erster und meinte dazu: Wie am Brett 2 war auch die Paarung am 1. Brett keine Neuauflage. Drei Mal spielten Michal und ich gegen einander. Drei mal endete der Kampf remis. Deshalb war es wenig erstaunlich, als wir uns nach anfänglichem Aufbrausen von Michal und meiner Windschatten-Technik gegen Ende des Mittelspiels auf ein erneutes Remis einigten.

 

Michael, der das ganze locker inszenierte: Auf meine spanische Eröffnung hat Schwarz mit einer sizilianischen Verteidigung geantwortet. Nach einem frühen Schlagabtausch war die Partie relativ offen - ich hatte den Eindruck etwas besser zu stehen, mit etwas mehr Freiraum. Nach der beidseitigen Rochade hat sich das Spiel auf die Königsseite verlagert, wo ich nach einem schnellen schwarzen Angriff die Dame gut positionieren konnte, was schlussendlich zu einem Turmgewinn führte. Aufgrund des Materialgewinns und der guten Stellung von Weiss hat Schwarz aufgegeben.

Ich selber spielte Sizilianisch und durch meinen Gegner fast im Blitz-Tempo. Schnell tauschte er die Springer ab, was mir im Zentrum sogar einen Doppelbauer bescherte, den ich aber gut in den Aufbau integrieren konnte. Zudem machte Weiss einen Fehler, sodass sein letzter Zentrumsbauer fiel. Danach ging ich mit zwei Mehrbauer ins Endspiel, was meinen Gegner zum Aufgeben bewog.

 

Jörg kam gut aus der Eröffnung heraus, hatte dann aber Pech. Er setzte alles daran und szog sämtliche Register um den Verlust, bis tief ins Endspiel hinein auszugleichen. Doch der Gegner liess leider nichts anbrennen und Jörg musste enttäuscht aufgeben. 

Jetzt wurde es wieder spannend, holen die IBMler noch auf? Dieser Gedanke versetzte Christof in seine wohlbekannte, hochkonzentrierte Kampfstellung: Nach zurückhaltendem Schwarz-Aufbau mit Holländisch-Stonewall und immer ausgeglichener Stellung konnte ich zu drücken beginnen. Als ich damit nicht mehr so recht weiterkam, übersah ich zum Glück einen Qualitätsverlust, der mir aber als Kompensation zwei Bauern und das Läuferpaar brachte. Damit reichte es nach und nach zum ganzen Punkt.

Somit konnte sich Kurt ganz entspannt seiner Partie zuwenden: zum x-ten Mal in den letzten 4 Jahren kreuzen Leo und ich die Klingen. Wiederum habe ich nach einer halben Stunde Spielzeit auf dem Brett eine zwar undramatische, aber sehr einleuchtende Stellung, die sich aktiv für Weiss sowohl sehr tief rechnen lässt, aber auch einfach intuitiv gespielt werden kann. Daraus resultiert das Läuferpaar. Es gelingt mir nicht so richtig, dieses vorteilhaft einzusetzen. Und wie so oft, erhält Leo das sehnlichst erwartete Gegenspiel etwa drei Stunden Spielzeit, just nachdem ich den korrekten Druckaufbau verpasst habe. Es verbleibt ein sicher spannendes, aber unter beiderseitig knapper Zeit fehleranfälliges Endspiel – folglich: Vernunft-Remis nach 45 Zügen.

.

- Wernerr 

 

4. Runde

Réti 6 1729 2½:3½ Gligoric 2 1797
Daniel Lienhard 1803 0:1 Vili Saric
1852
Christof Tschurr 1833 0:1 Aschraf Mukhes 1873
Kurt Juchli 1752 ½:½ Dragan Sibalic 1982
Franco Keller 1577 1:0 ff Robert Trachel 1842
David Keller 1666 0:1 Kalsang Lama 1818
Robert Nachbauer 1744 1:0 Igor Cakic 1417

 

Bei den Kollegen aus Oerlikon hatten wir es einmal mehr mit einer topmotivierten Truppe zu tun.

 

Dass Francos Gegner innert der Respekt-Halbstunde nicht erschien, war Anlass zur Sorge, ist doch, wie es heisst, auf Robert Trachsel stets Verlass.

 

Daniel Lienhard wurde für seinen Durchmarsch an der Stadtmeisterschaft geadelt und durfte am Brett 1 gegen den starken Vili Saric antreten. Daniel zu seiner Partie:

 

„Im Mittelspiel habe ich die richtige Fortsetzung zwar gesehen, aber verworfen und bin dann auf die schiefe Bahn geraten. Zwar konnte ich meine Figuren ohne Rücksicht auf Materialverlust aktiver stellen als seine, aber langfristig war das nicht zu halten...“

 

Bald darauf musste auch Christof gegen den aufstrebenden Aschraf Mukhles das Handtuch werfen und meint zu seiner Partie:

 

„Trotz der rel. harmlosen Eröffnung meines Gegners geriet ich bald in eine solch verknorzte Stellung, dass ich mich bis zum Ende der Partie immer schlechter fühlte. Nach nachträglicher Compi-Betrachtung zwar zu Unrecht, aber, wie der schliessliche Partieverlust, wohl auch Konsequenz meiner derzeitigen Unterform.“

 

Umso wichtiger dann der spektakuläre Treffer am Brett 6 von Robert, der zur Partie folgendes festhält:

 

„Ich habe am letzten Brett gegen einen ehrgeizigen U12 Spieler gespielt, der einen Koenigsinder aufs Brett gebracht hat. Im Lauf der Partie platzierte der junge Gegner je einen Turm, Läufer und Springer ins Abseits am Damenflügel, während ich selbst am Koenigsflügel einen durch den Vorstoss des f-Bauern eingeleiteten Angriff mit verdoppelten Türmen, Dame, Springer und schwarzem Läufer aufbauen konnte.  Nach Abtausch des weissen Läufers konnte ich meinen Springer gefährlich auf e3 platzieren und mittels Turmopfer auf f3 ein Matt in 5 Zügen erreichen.“

 

Eine wahre Odyssee durchlitt David gegen einen nie zu unterschätzenden Kalsang Lama am 5. Brett. David:

 

„Mein Gegner spielte eine Eröffnung, die ich noch nie auf dem Brett hatte. Entsprechend brauchte ich relativ viel Zeit, um sie akzeptabel zu spielen, was mir gelang. Nach 20 Zügen stand ich besser mit starkem Angriff auf c7 inkl. Springergabel auf Dame und Turm, nachdem mein Gegner lang rochiert hatte. Ich übersah einen klaren Gewinnzug, hatte aber im Endspiel immer noch einen Mehrbauern, allerdings mit einer komplizierten Stellung, die mehr Zeit erfordert hätte. Ich stellte also meinen Mehrbauern ein und dann auch noch eine Figur – das war dann das höchst unrühmliche Ende der Geschichte!“

 Selber hatte ich die Ehre, am Brett 3 den ELO-Stärksten des Gegners, Dragan Sibalic, herauszufordern, was wir in der Eröffnung sehr gut gelang. Mit einem vermeintlichen Springeropfer auf d5 nach der Art einer Tischbombe ging ich über ins Mittelspiel und hatte die Initiative auf sicher, sodass ich mich entschied, mal wieder eine T-D-T-Batterie über die c-Linie aufzubauen. In ziemlicher Zeitnot vor der 1. Zeitkontrolle fand ich dann aber die vermutlich rein technische Gewinnfortsetzung nicht und offerierte wegen neuerlich knapper Zeit und einer Stellung mit viel Fehlerpotential nach vier Stunden Spielzeit ein Remis, das Dragan sofort annahm.

 Fazit: Mit einem ff.-Punkt als Polster und starken Stellungen an diversen Brettern hätte das Schlussresultat auch anders ausschauen können. Ein anderes Mal werden wir das Quentchen Turnierglück wieder auf unserer Seite haben.

 

- Stv Kurt 

 

3. Runde

Baden 3 1803 2½:3½ Réti 6 1585
Andreas Suter 
1993 1:0 David Keller  
1685
Martin Abbühl 
1905 ½:½ Christof Tschurr  
1812
Robert Achermann 
1802 0:1 Werner Riniker-Gertiser  
1602
Klaus Sabo 
1780 0:1 Kurt Juchli   
1779
Markus Walder 
0 1:0 Bernhard Burkhardt   
1674
Karl Wilhelm 
1535 0:1 Franco Keller   
1564

 

Gegen das Elo favorisierte Team von Baden 3 müssen wir uns wohl warm anziehen - haben wir uns im Vorfeld Gedanken gemacht.

Die Badener im Altersheim Kehl spielend hatten gleich drei Mannschaften zu Gast, sodass es etwas unruhig war zu Beginn und zudem auch Unruhe entstand, weil der Gegner von Bernhard, nach mehreren Telefonaten, erst nach einer halben Stunde auftauchte.

Doch insbesondere Kurt liess sich davon nicht beirren: „Ich war zunächst etwas entnervt, weil der Gegner mal wieder meine Züge kopierte und ich mich fragen musste, wie lang das noch so weiter geht. Sobald er aber eigene Züge wählte (Sf6-h5), sah das zwar interessant aus, ich vermutete aber, dass es beim Aussehen blieb. Denn eigentlich übersteuerte er sein Spiel völlig. Schliesslich kam die Stunde meiner Bauern: Die letzten zehn Züge waren acht Bauernzüge, als Pointe ein Se5, dann strich er angesichts von Materialverlust auch schon die Segel.

“Bernhard hätte forfait gewonnen, doch er wollte spielen, weil er nun schon mal nach Baden gereist war: „Ich hatte bei guter Stellung einen Bauern mehr. Jetzt wollte ich die beiden Türme tauschen und sah aber gleichzeitig die Möglichkeit mit der Dame über ein Schachgebot einen zweiten Bauern zu gewinnen. Das habe ich dann gleich ausgeführt d.h. die Dame von den Türmen abgezogen. Der Gegner konnte dann einfach selber die Türme schlagen, wobei meine Dame den zweiten gegnerischen Turm nicht mehr greifen konnte, weil sie eben gerade einen Bauern verspiesen hatte.

“Christof ging top motiviert an die Sache ran, wollte er doch die Scharte vom letzten Mal auswetzen: „Die Eröffnung mit e4 beantwortete mein Kontrahent mit g6, worauf die Partie nach meinem 2. Zug f4 in unkonventionelle, interessante Gefilde glitt. Wir spielten beide sorgfältig, er am Damenflügel, ich am Königsflügel, bis er zum Königsflügel zurückkehrte. Nach Compi war die Partie jederzeit ausgeglichen, bis ich ca. drei Züge vor dem Remis eine Vorteilsvariante verpasste. Das Remis war dann auch nach Compi völlig i.O.

“In meiner Partie musste ich viel warten. Auf e4 antwortete ich Sizilianisch und merkte bald, dass mein Gegner ein gewiefter Fuchs war, gelang es ihm doch auf der Damenseite mit einer Läufer-/Springer-Kombi in meine Stellung einzudringen. Zum Glück ging er nicht aufs Ganze. So konnte ich den Hals noch aus der Schlinge ziehen und dabei sogar meine Bauernmitte stärken. Nun brauchte er für jeden weiteren Zug noch mehr Bedenkzeit als zu Beginn, sodass es für ihn langsam knapp wurde. Er verzweifelte zusehens an meinem „Bollwerk“ und beging nun auch Fehler. Ich konnte nun meinerseits zum Angriff übergehen, den ich aber gar nicht zu Ende führen musste, weil er nach 27 Zügen wegen Zeitnot aufgab.

Franco hätte lieber mit Schwarz gespielt doch auch Weiss scheint ihm zu liegen:„Auf c4 antwortete er mit c5. Ich erzielte Raumgewinn und installierte eine Bauernspitze auf c6, die Schwarz dauernd beschäftigte. Mein Fehler war allenfalls die Öffnung f4, die die Königsseite verletzlich machte. Mein Ziel war die Bauern b und c auf 8. Reihe zu bringen. Nach zu grossem Druck gab Schwarz endlich auf, da der Gegner ohne Gegenspiel blieb.“

Danke dem Team für den Einsatz mit dem Fazit: Kampfgeist schlägt Elo Statistik.

 

- Werner 

 

2. Runde

Escher Wyss 1 1655 3:3 Réti 6 1761
Philipp Roth
1871 ½:½ Jon Florin
1918
Bruno Haas
1844 1:0 Christof Tschurr
1832
Zivica Milicev
1703 1:0 Daniel Lienhard
1789
Jürg Suter
1591 0:1 Kurt Juchli
1752
Osman Hamzic
1703 0:1 Bernhard Burkhardt
1661
Matteo Minacci
1215 ½:½ Werner Riniker-Gertiser
1612

 

Bericht folgt.

- Mannschaftsleiter 

 

1. Runde

Réti 6 1806 3½:2½ Riesbach 1 1781
Jon Florin 1910 ½:½ Robert Salzer
1910
Christof Tschurr 1832 0:1 Gian Rüfenacht 1948
Sebastian Wüthrich 1845 1:0 Martin Rohner 1673
Michael Schmutz 1709 0:1 Christoph Hausherr 1716
Kurt Juchli 1752 1:0 Christian Steiger 1685
Daniel Lienhard 1789 1:0 Paul Merz 0

 

Gegen Riesbach 1 hatte wir letzte Saison verloren. Dies Scharte wollten wir diesmal unbedingt auswetzen.Bald gewann Sebi eine Springer, als Seiteneffekt eines Damenschachs und liess nicht mehr los, auch wenn der Gegner bis "zum geht nicht mehr" weiter kämpfte. Daniel kam mit Schwarz gut aus der Eröffnung, obwohl Weiss seine Figuren, ohne zu rochieren, in der Mitte zu einem kompakten Haufen ballte. Denn Daniels Figuren standen viel aktiver und agiler. Geschickt nutzte er eine Überlastung der Verteidigung aus, sprengte ein Loch in den Haufen und holte sich einen zentralen Springer. So waren wir 2 Punkte im Vorsprung und an den andern Brettern sah es auch gut aus, sodass Jon gegen einen starken 1900er ein Remis anbieten konnte. Doch jetzt wurde es plötzlich wieder spannend, denn Christof, auf Siegeskurs, unterlief ein Patzer, indem ihm ein Abzugsschach die Dame kostete. Michael hielt lange dagegen, doch der starke Zentrumsläufer, der auf die Rochade-Ecke zielte machte immer Mühe in der Verteidigung und schwächte Michaels Angriffs-Potential. So nun lag es also an Kurt "den Pokal" nach Hause zu bringen. Ein leichter positioneller Vorteil im Endspiel genügte ihm, um die Partie zu gewinnen (mit Läuferangriff "von hinten")  und damit den Team-Sieg gegen die Riesbacher zu verwirklichen. Besten Dank für den motivierten, starken Einsatz des Teams!

- Werner