Der rasante Aufstieg der Schachcomputer

Heute vor 30 Jahren verlor ein amtierender Weltmeister erstmals gegen einen Computer.

Der 10. Februar 1996 war ein schachhistorisch wegweisender Tag. An diesem Tag verlor erstmals ein amtierender Schachweltmeister – damals Garry Kasparow – eine klassische Partie unter Wettkampfbedingungen gegen eine Maschine. Die Partie löste ein regelrechtes Erdbeben in der Schachwelt aus und nahm den in den folgenden Jahrzehnten stattfindenden Aufstieg der Computer im Schachspiel vorweg.

Insbesondere die Art und Weise, wie der Computer Deep Blue vom IT-Giganten IBM Kasparow niederrang, sorgte bei Schachgrossmeistern auf der ganzen Welt für Erstaunen. Deep Blue wählte mit den weissen Steinen gegen Kasparows Sizilianische Verteidigung die Alapin-Variante und leitete in der Folge mit einem spektakulären, fast schon „kasparow-artigen“ Bauernopfer 23. d5! einen unaufhaltsamen Mattangriff ein.

Die Partie vom 10. Februar 1996 war die erste eines aus sechs Partien bestehenden Matches, das Kasparow schlussendlich souverän mit 4:2 gewann. Erst ein Jahr später, im Jahr 1997, gewann Deep Blue das Rematch gegen Kasparow mit 3½:2½ und konnte damit erstmals einen Weltmeister auch in einem Wettkampf besiegen.

 

File:Kasparov-27.jpg - Wikimedia Commons

Garry Kasparow, Schachweltmeister 1985-2000 (Wikimedia Commons)

 

Seither allerdings hat sich vieles verändert. Die heutigen Schachcomputer sind um ein Vielfaches stärker als Deep Blue; selbst Top-Grossmeister haben heutzutage gegen ein einfaches Handy-Schachprogramm nicht mehr den Hauch einer Chance. Computer haben das Schachspiel definitiv verändert – sowohl zum Guten als auch zum Schlechten.

Wohin wird diese Entwicklung führen, insbesondere im Hinblick auf den aktuellen Aufstieg der KI? Wird Schach eines Tages „gelöst“ sein? Wird es bald unmöglich sein, Cheater zu überführen? Oder wird die Eröffnungstheorie weiter revolutioniert? Die nächsten 30 Jahre könnten es zeigen …

Was ist deine Meinung zu Computern im Schach? Sind sie ein Fluch oder ein Segen? Der Spielleiter freut sich, deine Meinung zu hören.

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