Réti an der SEM 2026 in Grächen – Tag 9

Der Bericht zum 9. Spieltag der Schweizer Einzelmeisterschaft in Grächen.


Schach ist gelöst. Das ist offensichtlich eine Lüge (der Beweis ist dem interessierten Leser als Übung überlassen), aber jede Lüge enthält bekanntlich einen Kern Wahrheit. So auch für Ben heute, der seinen Gegner mit nur 11 Zügen psychologisch besiegte. In einer Stellung aus dem geschlossenen Katalanen streckte Julian Sutter mit Schwarz nach einer halben Stunde Überlegen die Hand, welche Ben erfreut schüttelte. Die Stellung war so unangenehm, dass Julian gar keine Lust mehr hatte, um den Punkt zu kämpfen. So war Ben sehr früh fertig.

Nach diesem frühen Punkt gingen Ben und ich fein Zmittag essen. Es gab gemischten Salat und den „Klassiker“ (wer beim Engadiner Pfingstopen mitspielt weiss, dass es sich hierbei um Schnitzel mit Pommes Frittes handelt). Danach ging es zurück zur Spielhalle, wo Anselm noch gegen Marius Neuschild kämpfte und Vincent gegen Mishy (Mihaly Köhalmy-Szabo).

Anselm mit Schwarz in einem Sizilianer stellte mitten in der Partie eine Figur ein - nachdem er schon eine geopfert hatte! -  hatte aber praktische Schwindelchancen. Mit viel Kompensation konnte Anselm schlussendlich das Blatt wenden und gewinnen.

Vincent mit Schwarz musste seinem grössten Albtraum in die Augen starren - einem Najdorf-Sizilianer. Nach einigem hin und her landete er in einem hochkomplizierten Endspiel. Nach einiger Achterbahnfahrt mit der Engine (Vincent stand einmal sogar ganz kurz auf Gewinn) musste er Mishy den Vortritt lassen - wortwörtlich. Mishys Bauer kam deutlich schneller bei der schwarzen Grundlinie an und Vincent kapitulierte.

Währenddessen haben Stefan und Lluís Zermatt erkundet. Nach einem Spaziergang durch die Stadt kamen sie bei einem Restaurant mit Sonnensegel und freiem Blick auf den Matterhorn an. Dort genossen sie ein ausgiebiges Mittagessen und fuhren dann mit einer Standseilbahn auf die Sunnegga - über 600 Meter höher gelegen. Dann wurden sie aus ihrer Traumwelt zwischen den Wolken gerissen - wir mussten zurück nach Zürich. Nun sitzen wir im Zug im Restaurantwagon und hören einem Kellner zu, wie er begeistert über seine Sportwetten auf Spanien vs. Argentinien herzieht. Bald kommen wir in Zürich an und verabschieden uns voneinander - zumindest für jetzt. Morgen geht es für Ben und mich schon weiter nach Magglingen, wo unser hauseigener GM Sebastian Bogner ein Trainingslager organisiert. Wir sind gespannt!

Morgen dürft ihr euch über Anselms Fazit freuen, danach ist Schluss mit den SEM-Berichten für dieses Jahr. Mal schauen, vielleicht im nächsten Jahr wieder.

– Christoph

 

Hier geht's zu den Resultaten der SEM 2026 auf chess-results.

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