Réti 4, 2. Liga Ost 2

 

Schachbund Ligaseite

Spiellokal: Altersheim Kluspark, Asylstr. 130, 8032 Zürich 

Mannschaftsleiter: Karl Hunkeler, karl.hunkeler@bluewin.ch

Rundendaten

Rd Datum
Begegnung  
1 24.03.2018 Rapperswil-Jona - Réti
 
2 14.04.2018 Réti - Höngg
 
3 28.04.2018 Gligoric - Réti
 
4 26.05.2018 Réti - Winterthur
 
5 30.06.2018 Baden - Réti
 
6 08.09.2018 Chessflyers - Réti
 
7 22.09.2018 Réti - Wil
 

 

 

5. Runde

Baden 2 1680 1:5 Réti 4 1944
Jean-Pierre Z' Berg 2036 0:1 Peter Walpen 2049
Olivier Tschopp 1941 0:1 Karl-Iversen Lapp 2037
Manfred Andres 1713 ½:½ Eugen Fleischer 1959
Prokopios Mamalis 1646 ½:½ Harry Oesch 1927
Karl Wilhelm 1514 0:1 Gottlieb Iberg 1904
Stefan Wey 1230 0:1 Walter König 1785

 

Bericht folgt.

- Mannschaftsleiter 

 

4. Runde

Réti 4 1946 4:2 Winterthur 5 1780
Peter Walpen 2049 1:0 Heinrich Scherrer 1884
Karl-Iversen Lapp 2037 0:1 Robert Hofstetter 1857
Linus Capraro 1964 1:0 Hansjörg Nohl 1772
Eugen Fleischer 1959 1:0 Patrik Zoller 1745
Hans Kaufmann 1715 ½:½ Michael Hein 1692
Edmund Hofstetter 1952 ½:½ Martin Forster 1729

 

Je länger je mehr zeigt sich, dass die Wettkämpfe in der zweiten Liga härter umkämpft sind als die Führungspunkte vermuten lassen. So auch gegen die ebenfalls gerade aufgestiegene Mannschaft von Winterthur 5. Noch nach einer Stunde sah es nach einem ausgeglichenen Ringen aus, denn der frühe Verlust am 2. Brett durch Iversen wegen eines übermütigen Springeropfers auf f2 in der Ponciani-Eröffnung wurde durch Peter Walpens überlegenem weissem Druckspiel an Brett 1 wettgemacht. Die beiden Remis an den hintersten Brettern brachten Réti auch nicht weiter, so dass es am Schluss an Eugen und Linus hängen blieb, zum Erfolg zu kommen, und dies taten sie glänzend: Als Nohl in vermeintlich ausgeglichener Endspielstellung mit Bauern, Turm und Springer auf Remis pochte, spürte Linus, dass die Rétischar etwas von ihm erwartete, und so spielte er vollen Mutes weiter, obwohl nichts zu sehen war, was sein Gegner zur Belustigung aller lautstark mit "So, so, er muss weiterspielen" quittierte. Wie Linus mit Weiss in aller Ruhe mit nur Turm und König ein Rudel Bauern, Turm und König hinhielt, während sein h-Bauer ganz alleine durchlief, war wirklich sehenswert! Und Eugen verwertete die Qualität ebenfalls im Kampf gegen einen Haufen von Bauern mit grossem technischen Geschick. Nur so konnten wir unseren wohlverdienten 4:2-Sieg bei einem feinen Znacht feiern. Dank den dort stattgefundenen Vorführungen können wir noch folgendes lernen:

1. In taktischen Varianten einer Eröffnung, die der Gegner vermutlich besser kennt, wählt man mit Vorteil Vereinfachungen. Und weil die Partie Kuijf - Anand, Wijk aan Zee 1990, vom späteren Weltmeister selbst mit Varianten versehen wurde, sei sie hier gekürzt widergegeben:
1 e4 e5 2 Sf3 Sc6 3 c3 Sf6 (EH: die ruhige und sichere Variante) 4 d4 Sxe4 5 d5 Se7 6 Sx5 Sg6 7 Ld3 (EH: Ein aussergewöhnlicher, aber guter Zug. Normal wäre 7 De2 De7 8 Dxe4 (8 Sxg6?! hxg6 mit leichtem schwarzen Vorteil) Dxe5 = Soweit kannte Iversen die Variante vermutlich) 7 - Sxe5 ( 7 - Sxf2? 8 Lxg6 Sxd1 9 Lxf7+ Ke7 10 Lg5+ Kd6 11 Sc4+ Kc5 12 Sba3 Sxc3 13 Lxd8 +-) Und genau diese Variante wählte Iversen (mit 11 Lxd8 Se3 12 Sd3 Sc2+ 13 Kd2 Sxa1 14 Sa3 mit undeckbarem Matt, was er mit 14 - b5 seinem Gegner gönnte). Nach 7 Ld3 dachte er sich: Abtauschen ist langweilig, so hole ich wenigstens einen Bauern. Er war sich aber während der Partie nicht sicher, ob das der Theorie entspräche.
Anand spielte 7 - Sxe5 8 Lxe4 Lc5 9 Dh5 d6 und gewann dank zwei Fehlern seines Gegners die Partie: 10 Lg5? (h3=) Lg4! 11 Dh4? (11 Lxd8 Lxh5 12 Lg5 und Schwarz steht leicht besser) 11 - f6 12 Lc1 De7 13 0-0 (einziger Zug) g5 14 Dg3 f5 -+ und 0-1 nach dem 24. Zug.

2. Am letzten Brett war ich fest entschlossen zu gewinnen. Doch mein betagter Gegner spielte den Grandprix-Angriff, bei dem Schwarz höllisch aufpassen muss. Ich stoppte seinen Angriff und stand bereit, langsam Initiative zu entwickeln. Da bot er mir im 25. Zug Remis an und ich schaute auf die Uhr. Huch, nur noch 12 Minuten für die restlichen 16 Züge und nahm das Angebot an. Falsch!
Achtung: Der Blick auf eine Digitaluhr verrät einem nicht wie früher sofort die verbleibende Zeit; nein, ich muss erst noch rechnen, und zwar 16 mal 30 Sekunden = 8 Minuten. Das sieht dann schon wieder ganz anders aus!

- Edmund 

 

Von den Partien der anderen habe ich am letzten Samstag nichts gesehen, da ich als letzter fertig wurde. Meine eigene Partie war nicht gut, aber ein Punkt ist ein Punkt! Ich stellte am Damenflügel einen Bauern ein, lancierte darauf einen Gegenangriff auf dem Königsflügel , der mir eine Qualität einbrachte, ging dann in ein Endspiel, das wohl objektiv remis gewesen wäre. Dank gütiger Mithilfe des Gegners konnte ich dennoch gewinnen.
Nun hoffe ich, dass wir an diesen Erfolg anknüpfen können.

- Eugen

 

3. Runde

Gligoric 2 1827 3:3 Réti 4 1842
Vili Saric 1961 0:1 Linus Capraro 1980
Sasko Ristevski 1961 1:0 Karl-Iversen Lapp 2049
Milos Milovanovic 1913 1:0 Hans Kaufmann 1729
Edwin Schreiber 1814 0:1 Harry Oesch 1912
Zoran Cokic 1644 ½:½ Paul Arm 1629
Kala Kishan Udipi 1671 ½:½ Karl Hunkeler 1750

 

Heute spielte Reti 4 gegen Gligoric 2 und erreichte ein 3-3.
Der Wettkampf startete nicht unter gutem Omen. Unser verlässlicher Mannschaftsfreund, Peter Walpen, musste wegen Krankheit passen. Sein Ersatz, Paul Arm erreichte dann doch ein Unentschieden. Kari Hunkeler remisierte mit dem ganz jungen Nachwuchsgenie.
Ich selber kam in meiner Eröffnung schlecht zu stehen und stand kritisch. Mein Gegner machte aber einen dummen Fehler, der mir eine Figur einbrachte, was zum Sieg reichte. Johnny Kaufmann, der neben mir spielte, gewann die Qualität und stand auf Gewinn. Ein falscher Plan erlaubte seinem Gegner jedoch trotzdem zu siegen, Es blieben die beiden Spitzenbretter. Iversen geriet in eine schwerblütige Stellung, in welcher sich sein Gegner besser zurecht fand. Die spannendste Partie spielte jedoch Linus Capraro. Auch seine Stellung war auf den ersten Blick schlechter. Sein Gegner versuchte einen Randbauern gefährlich vorzuschieben, was Linus jedoch gekonnt stoppte. Danach bekam plötzlich Linus Oberwasser. Ein Freibauer in der Mitte marschierte bis auf die zweitletzte Reihe vor. Sein Gegner schlug dann einen vergifteten Bauern und er verlor dabei eine Figur. Linus brachte danach seine nicht einfache Stellung zum Sieg. Das Unentschieden der Mannschaften war deshalb hoch verdient.

- Harry 

 

2. Runde

Réti 4 1931 2:4 Höngg 1 1981
Linus Capraro 1980 0:1 Manuel Valdivia Rojas 2284
Karl-Iversen Lapp 2049 1:0 Jakub Breck 2024
Eugen Fleischer 1961 0:1 Klaus Goldschmid 1980
Edmund Hofstetter 1952 0:1 Jürg Hasler
1956
Hans Kaufmann 1729 0:1 Guido Osio 1788
Harry Oesch 1912 1:0 Hans Ulrich Würgler 1827

 

Gegen meine Englische Eröffnung verteidigte sich mein Gegner mit einer Königsindischen Aufstellung, und ich konnte die Botwinnik-Aufstellung anwenden, mit der ich einige gute Erfahrungen gemacht habe. Ich öffnete die b-Linie, platzierte darauf einen Doppelturm und drohte, auf der 7. oder achten Reihe einzudringen. Mein Gegner stellte alle seine drei Schwerfiguren auf die siebte Reihe, so dass ich mich dort nicht festsetzen konnte, während ein mögliches Schachgebot auf der achten Reihe mir überhaupt nichts brachte. Nun kam mein Angriff ins Stagnieren, und mein Gegner ergriff die Initiative am Königsflügel. Ich konnte den Frontwechsel nicht schnell genug nachvollziehen, und als mein Gegner auch noch das Zentrum öffnete, konnte ich nicht mehr alle Drohungen parieren und gab auf, nachdem ich einen Turm verloren hatte. Unterdessen hatte Harry schon gewonnen , gegen einen Gegner, der trotz Ermahnungen mit seinem überlauten Sprechen immer wieder die Mitspieler störte. Edmund geriet aus dem psychologischen Gleichgewicht und stellte zwei Bauern ein, wonach er aufgab. Nachdem auch Johnny gegen den gegnerischen Captain verloren hatte, stand der Mach schon 1:3 für Höngg. Am ersten Brett hatte Linus einen Turm gegen zwei Leichtfiguren. Trotz zähem Widertand musste er sich schliesslich Manuel Valdivias materieller Übermacht beugen. Unsere Niederlage wurde dann noch gemildert durch Iversens sehenswerten Endspielsieg gegen Jakub Breck. Iversen hatte drei gegen zwei Bauern, bei gleichfeldrigen Läufern. Iversen stellte seinen Läufer so auf, dass er einen Bauerndurchbruch drohte, was den Gegner in seiner Bewegungsfreiheit stark hemmte. Dann unternahm er einen Königsmarsch über das ganze Brett bis zur gegnerischen Grundlinie. Damit war der Weg für Iversens Mehrbauern geebnet und Jakub gab auf. Fazit: Reti 4 hat es in der zweiten Liga nicht leicht!

- Eugen 

 

1. Runde

Rapperswil-Jona 1 1915 3.5:2.5 Réti 4 1905
Sandro Knaus 2076 ½:½ Peter Walpen 2048
Berni Imfeld 2000 1:0ff Linus Capraro 1980
Thomas Hofstetter 1937 0:1 Edmund Hofstetter 1952
Connor Brown 1837 ½:½ Harry Oesch 1912
Remo Schönbächler 1850 1:0 Walter König 1811
Sepp Sidler 1792 ½:½ Hans Kaufmann 1729

 

Der Wettkampf begann schon zum Vornherein mit einem psychologischen Vorteil für den Gegner: Der Schauplatz liegt im Verborgenen, versteckt, besser gesagt, das Auffinden des Spiellokals von Rapperswil-Jona ist tükisch: 1. Das Gebäude ist weder nummeriert noch sonstwie angeschrieben (nicht mal ein Hinweisschild hängen sie für den Anlass raus!). Beim Gelände handelt es sich um einen Friedhof. 2. Er liegt praktisch im "Drei-Länder-Eck" Rapperswil - Jona - Kempraten. Linus Capraro suchte das Lokal mit dem Auto über eine Stunde lang vergeblich in Rapperswil und traf erst 15:10 ein. Allerdings hielt er offenbar die Konsultation der korrekten und sehr hilfreichen Einladung unseres ML für überflüssig. Wenn man bedenkt, dass sich am Samstag dort eine Blechlawine im Schritttempo über den Damm quält, hatte er keine Chance!
Im Verlaufe des Spiels mussten wir schnell erkennen, dass wir einem ebenbürtigen Gegner gegenübersassen. Peter Walpen (Schwarz) bekam es am ersten Brett mit Sandro Knaus zu tun, der 2017 noch 2125 FP aufwies. Im klassischen Damengambit verteidigte er seine Rochadestellung, die unter heftigem Beschuss stand, derart umsichtig, dass sein Gegner am Ende Zuflucht zum Dauerschach nehmen musste. Peter war als erster fertig.
Dann bot Johnny Kaufmann (Weiss) am 6. Brett in völlig ausgeglichener Endspielstellung Remis an. Walter König (Schwarz) hatte am 5. Brett gegen einen stark auftrumpfenden jungen Spieler einen schweren Stand und musste anschliessend die Segel streichen.
Das Hofstetter-Duell an Brett 3 ging zu meinen Gunsten aus. Er war nach dem Damentausch der raffinierten Taktik am Damenflügel nicht gewachsen, sodass mein Bauer durchlief.
Beim Stande von 3:2 zugunsten Rapperswil-Jona hätte Harry Oesch (Weiss) am 4. Brett um ein Haar noch mit einem Sieg den Ausgleich geschafft. Ein Turmopfer auf h5 öffnete die schwarze Königsstellung. Harry hatte noch eine halbe Stunde auf der Uhr, sein Gegner Connor Brown noch 3 Minuten für den Rest der Partie. Doch Harry ergriff plötzlich eine lähmende Müdigkeit. Er fand die richtige Abwehr gegen die feindlichen Damenschachs nicht, sodass er ins Remis einwilligen musste.
- Edmund