Réti 2, P/a

 

Zürcher Schachverband

Spiellokal: Altersheim Kluspark, Asylstr. 130, 8032 Zürich 

Mannschaftsleiter: Kurt Juchli , kurt.juchli@zuerich.ch

Rundendaten

Rd Datum
Begegnung  
1 Do, 09.11.
Réti - Wollishofen
 
2 Do, 23.11.
Réti - Chess4kids
 
3 Fr, 15.12.
SGZ - Réti
 
4 Do, 11.01.
Réti - Nimzowitsch  
5 Di, 27.02.
Riesbach - Réti
 

 

5. Runde

Riesbach 1 1827 3.5:2.5 Réti 2 1880
Robert Salzer 1942 1:0 Roman Schnelli 1963
Christoph Wirth 1980 1:0 Lino Capraro 1955
Martin Rohner 1639 0:1 Eugen Fleischer 1942
Hans Honauer 1710 0:1 Walter König 1831
Martin Tremp 1650 ½:½ Christian Suter 1832
Hans Frischknecht 2038 1:0 Kurt Juchli 1755

 

Nach rund 2 Stunden teilt Christian den Punkt mit seinem Gegner und meint zu seiner Partie: "Meine Partie bewegte sich von Zug 6 bis zum Schluss subjektiv wie objektiv in Remis-Gefilden und mündete im 38. Zug in Zugwiederholung. Angesichts des Schlussresultats der Mannschaft hätte ich natürlich weiterspielen müssen und versuchen, irgendwas aus der Stellung herauszuholen, aber zu diesem Zeitpunkt sah es ganz ordentlich aus für's Team und Kurt gestattete mir, das Remisangebot meines Gegners anzunehmen."

Nach einiger Zeit konnten auch Eugen und Walter den Punkt heimbringen. Eugen rekapituliert: „Mein Gegner spielte mit Weiss die Eröffnung etwas unelastisch; so konnte ich als erster das Zentrum öffnen, um auf der halboffenen e-Linie Druck auszuüben. Ich konnte meine Figuren aggressiv postieren, meine Dame eroberte den Punkt h3, und als ich dazu noch einen Turm auf h4 platzieren konnte - in der Form eines Opfers, das mein Gegner nicht annehmen durfte - fiel die weisse Königsstellung in Trümmer. Ich konnte zwar nicht sofort matt setzen, gewann aber soviel Material, dass der Gegner aufgab.“

Walter führte einen alten Französischfuchs auf Abwege und gewann bald die Qualität. Er verpasste die Gelegenheit, den Sack gleich zuzumachen, liess aber nachher nichts anbrennen.

Bei zwischenzeitlich 2.5 aus 3 Partien muss sich der Coach schon fragen, ob es nicht Mittel und Wege gäbe, zu verhindern, dass sämtliche drei noch überaus offenen Partien den Bach runter gehen. Vorschläge willkommen.

Roman résumiert seine Partie kurz und schmerzlos: "Ein „Hauen und Stechen“ mit beidseitigen Chancen. Am Ende erobere ich à tempo die Dame - dummerweise ins Mattnetz getrampt.“

Kurt sitzt nicht ganz überraschend am Brett 6 der Nummer 1 von Riesbach, Hans Frischknecht, gegenüber: „Wiedermal ein Partie der Bauern: Nach 15. f4 waren sie alle einmal gezogen. Nach 23. d3-d4 standen sie eindrücklich auf der 4. Reihe von a4 bis f4 mit entsprechendem Raumvorteil und Initiative, die ich mit Bauern- und Qualitätsopfer vermutlich falsch umsetzte. Dass der Gegner in beiderseitiger Zeitnot noch meinen Angriffsspringer auf g6 zunächst mit dem König (unmöglich, da Springer von Dame gedeckt), dann korrigierend mit seiner Dame schlug, liess ich durchgehen. Denn im Spielrausch (Zug 34) und in der Zeitnot (beiderseitig noch je ca. 1 Minute) stand mir der Sinn nicht nach einer schwierigen Regelfrage und einer unergiebigen Diskussion: Ob es nämlich einen Unterschied macht, ob Hans, wie er nach dem Spiel gegenüber Eugen erwiderte, zuerst den Springer ergriff und dann seinen König zog – oder, wie ich es eher sah, den König nahm, um damit den Springer zu schlagen. Diesfalls hätte der König einen anderen, legalen Zug machen müssen – und dadurch die Partie weggeworfen.

Linus – noch etwas verstimmt mit Blick auf die Spielrunde und gleich auch die ganze Saison: „Ich bin schon ein wenig verärgert, mein Beitrag für die Mannschaft war in dieser Saison jämmerlich. Meine Spielanlage war zwar stets ziemlich gesund, ich verlor aber bei jeder Partie im Mittelspiel unnötig einen Bauern. Ich verzichte auf eine Begründung und füge 20 Züge meiner Partie von Gestern bei: 1.d4-d5 2.c4-c6 (Slawisch) 3.Sf3-Sf6 4.Sc3-g6 5.e3-Lg7 (geschlossener Aufbau der Grünfeldindische Eröffnung) 6.Le2-0-0 7.0-0 Lg4 8.Db3-b6 9.h3-dxc4 10.Dxc4-Le6 11.Dd3-Lc8 12.Td1-La6 13.Dc2-Dc8! 14.a3? zu passiv 14…Sd5 15.Lxa6-Sxa6 16.Ld2-Db7 17.e4-Sxc3 18.bxc3-Tac8 19.Tac1-c5! 20.Dd3?! ( 20.Be2 oder 20.d5 war spielbar mit etwa gleiche Chancen) 20…Tfd8 21.Lg5!? der Verlustzug! (21. De3 war immer noch spielbar mit Ausgleich).“

 

Der Team-Leiter von Réti 2 zum Abschluss der Saison anderntags ans Team: „Die Saison ist auch schon wieder vorbei, und die Temperatur draussen war gestern nicht einladend genug für den Abschlussdrink im Biergarten... Übrigens: Vermutlich haben wir das Saisonziel erreicht. Klassenerhalt. Ich wünsche Euch allen einen schönen Sommer und alles Gute bis zur nächsten Saison.“

- Kurt 

 

4. Runde

Réti 2 1860 1.5:4.5 Nimzowitsch 2 2120
Roman Schnelli 1963 1:0 Lars Bäumer 2223
Linus Capraro 1955 0:1 Arthur Tönz 2127
Christian Suter 1832 0:1 Peter Hohler 2144
Walter König 1831 0:1 Martin Stehli 2141
Sebastian Wüthrich 1825 ½:½ Miran Alic 2047
Kurt Juchli 1755 0:1 Michael Seiler 2037

 

Nach anderthalb Stunden sichert uns Sebi einen wichtigen halben Punt. Sebi berichtet: „Nach der Nebennebenvariante beim Nimzoinder rauchte der Kopf des Gegners, weshalb er anstatt weiterzurechnen lieber mein Remisangebot annahm.“

Walter rekapituliert: „Ich fand mich nach 18 Zügen und viel verschwendeter Bedenkzeit in einem Endspiel mit Minusbauer, das vielleicht haltbar gewesen wäre, wenn ich nicht mit einem groben Bock die Sache zu meinen Ungunsten klargemacht hätte.“

Lino stand gegen den gegnerischen Teamleiter lange ausgeglichen, brach dann aber ein.

Christian fasst sein Partie zusammen: "Ein früher Bauernverlust in der Eröffnung führte zu einem verlorenen Endspiel, das mein Gegner souverän zum Punkt verwertete."

Die nachwuchsbedingte Schach-Pause war Roman nicht anzumerken: „Die Partie verlief angenehm für mich. Ich hatte immer leichten Druck und konnte schliesslich mittels Läuferopfer verwerten ... sorgloses ZMM Geplänkel.“

Kurt schliesslich sitzt seine Partie bis zum bitteren Ende aus und berichtet hernach: „Für das Läuferpaar zahlte ich einen hohen Preis, indem ich jegliche Initiative abgab und die in solchen Situationen so wichtige Öffnung der Stellung obendrein noch eine Qualität kostete: Ein hoffnungsloses Lehrstück, aber wenigstens aufgeführt mit einem sympathischen Gegner.“

Fazit des Abends: Bei guter Klubstimmung im Neuen Jahr und einem ELO-Durchschnittsunterschied von 260 Punkten haben die Kollegen von Nimzowitsch uns klar gemacht, dass die Weihnachtzeit definitiv vorbei ist.

- Kurt 

 

3. Runde

SG Zürich 2 2063 3:3 Réti 3 1887
Dragomir Vucenovic 2264 1:0 Kari Hunkeler 1770
Toni Preziuso 2056 0:1 Kurt Juchli 1778
Boris Haufler 2065 1:0 Lino Capraro 1973
Alfred Bernegger 2106 0:1 Fabian Lang 2017
Adrian Haas 1875 0:1 Eugen Fleischer 1948
Severin Walser 2013 1:0 Christian Suter 1837

 

Mit einem ELO-Durchschnittsunterschied von rund 200 Punkten, waren die Kollegen an der Olivengasse parat für uns.Nach anderthalb Stunden dann aber der erste Punkt für uns.
EUGEN berichtet: „Mein Gegner Adrian Haas eröffnete mit 1.e4 und wählte auf meine  standardmässige Pirc-Verteidigung die sogenannte klassische Variante, in der Weiss das Zentrum mit d4-d5 schliesst. Nach einigen Vorbereitungszügen konnte ich darauf den Durchbruch f7-f5 durchsetzen. Weiss tauschte einen Bauern auf f5 (e4xf5, g6xf5) und dadurch wurde mein f-Bauer beweglich. Ich konnte ihn mit Tempogewinn bis nach f3 voranbringen, was meiner Dame den Einfall auf h3 ermöglichte. Damit entstand eine irreparable Bresche in der weissen Königsfestung, die dann bald zusammenbrach.“

Kari kämpfte zu meiner Linken an Brett 1 gegen den Adolf Muschg der Schachszene Schweiz (rein optisch), Dragomir Vucenovic. KARI berichtet: „Angesichts der ELO-Different von 470 Punkten rechnete ich mir nur sehr geringe Chancen aus. Auf die Eröffnung mit d4, Sf3, g3 und Lf3 antwortete ich mit einem königsindischen Aufbau, was die Partie lange geschlossen hielt. Dragomir verstand es aber, seine Stellung kontinuierlich in kleinen Schritten zu verbessern (+1.5). Im 26. Zug berechnete ich eine Abwicklung fehlerhaft, was mich eine Qualität kostete. Darauf konnte Weiss den Druck weiter erhöhen. Mit dem Damentausch realisierte Weiss den Materialvorteil nachhaltig, so dass meine Stellung vom Zusammenbruch bedroht war, worauf ich mich zur Aufgabe entschloss.“

LINO stand lange kraftvoll aufgestellt. Dann übersah er eine Springergabel und brach ein.

CHRISTIAN fasst sein Partie zusammen: „Mein Gegner spielte aggressiv - "ZMM-Züge", wie er es später bei der Analyse nannte; ich verteidigte mich gar nicht schlecht, in der Zeitnotphase patzte ich aber und übersah ein zweizügiges Mattbild.“

Und KURT berichtet: „Währenddessen zeigten sich bei mir am Brett 2 die ersten Haarrisse in der drückenden Angriffsfront gegen meine Königsstellung. War Toni Preziuso eigentlich den ganzen Abend lang am Drücker, so musste es ihm geradezu unheimlich erscheinen, dass es Weiss gelang in wenigen Zügen entscheidendes Material vom passiven Verteidigungsmodus auf der Grundreihe auf Attacke zu schalten. Ein unglücklicher schwarzer Springerzug lag deshalb irgendwie in der Luft – und wenige Züge später brach die schwarze Stellung zusammen. Ein ebenso überraschender wie willkommener Punkt an Brett 2. Aber Toni nimmt das sportlich.“

Nun konzentrierte sich alle Hoffnung auf unseren Söldner von Réti 1, FABIAN Lang. Er fasst zusammen: Meine Partie gegen Bernegger Alfred (Elo: 2106) war die letzte am Laufen und ich wollte unbedingt gewinnen. Er spielt Französisch, aber ich gehe sofort weg von der Theorie mit 3. De2, Ich stand praktisch während der ganzen Partie im Vorteil: zuerst Läuferpaar, dann der viel bessere Turm und plötzlich baue ich ein Mattnetz gegen seinen König. Die Partie verläuft dramatisch weil ich nur noch über 2 Minuten ohne Bonus verfügte und mein Gegner dagegen 10 Minuten. Ich habe mein Partieformular an den Captain Kurt Juchli gegeben, aber er konnte gegen Ende der Blitzphase nicht mehr alles notieren... Mehrere Zuschauer haben sich die Jacke wieder ausgezogen! Ich habe auch Remis angeboten, was abgelehnt wurde. Am Ende gewinne ich eine Figur, dann seinen Turm und mit 8 Sekunden auf der Uhr, gibt mein Gegner zum Glück auf, denn ich hatte noch weniger auf der Uhr!
   
Fazit des Freitag Abends: Einmal mehr waren auch wir parat. Der ELO-Unterschied ist halt stets nur die halbe Miete im dramatischen Turnierschach.

- Kurt 

 

2. Runde

Réti 2 1867 2:4 Chess4Kids 2007
Eugen Fleischer 1962 0:1 Christian  Bussard 2235
Jon Florin 1938 0:1 Roberto Schenker 2117
Christian Suter 1841 0:1 Timo Schönhof 2009
Werner Tarnutzer 1826 ½:½
Milos Milovanoviv 1855
Sebastian Wüthrich 1821 ½:½ Aschi Mukhles 1820
Walter König 1813 1:0 Noe Lassouend 0

 

An den hinteren drei Brettern wurde wacker vorgelegt, aber an den vorderen dreien ging trotz zähem Widerstand am Ende die Kraft aus. Wir gratulieren den Trainern von Chess4Kids zum hart erkämpften, aber verdienten Sieg

- Jon 

 

1. Runde

Réti 2 1907 5:1 Wollishofen 2 1972
Peter Pfister
2065 1:0 Martin Schulthess 2032
Jon Florin 1914 0:1 Peter Pfiffner 2055
Eugen Fleischer 1948 1:0 Patrick Frank 1973
Sebastian Wüthrich 1824 1:0 Tim von Flüh 1977
Walter König 1815 1:0 Wolfgang Schott 1910
Christian Suter 1873 1:0 Martin Geyer 1883

 

Der Mannschaftsleiter konnte gelassen zusehen, wie rings um ihn an den Réti - Brettern gepunktet wurde. Dies war ein guter Trost für das Unheil, das am eigenen Brett seinen Lauf nahm. Insgesamt ein erfreulicher und auch etwas überraschend hoher Startsieg in die ZMM - Saison. Angesichts der Elostärke unserer Gegner hatten wir dies nicht wirklich erwartet...

- Jon